Gestern Nachmittag am 08.03. haben wir in der Coburger Innenstadt mit einem Infostand den Frauentag gefeiert. Unser Ziel: Auf immernoch präsente Probleme und Ungerechtigkeiten hinweisen und ins Gespräch kommen über den Gender-Pay-Gap, §219a StGB, Alltagssexismus, Parité in den deutschen Parlamenten und weitere feministische Themen. Bei einer Mitmach-Aktion konnten Jutebeutel mit feministischen Motiven selbst gestaltet werden.

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit!

Es gab vegane Kekse für alle, allerdings fehlte bei den Keksen für Frauen eine Ecke: Noch immer liegt der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen rund ein Fünftel unter dem von Männern! Gründe dafür sind unter anderem die schlechte Bezahlung in so genannten typischen Frauenberufen wie in der Erziehung und Pflege; der geringe Anteil von Frauen mit Führungsverantwortung, die vielen Stunden unbezahlter Sorgearbeit, die Frauen leisten, sowie der hohe Anteil der Frauen, die nur in Teilzeit beschäftigt sind. Das spiegelt sich natürlich auch in der Rente wieder: Altersarmut ist vor allem weiblich!

Keiner von diesen Faktoren ist aber in Stein gemeißelt – Gemeinsam können wir etwas daran ändern! Deshalb konnten alle Frauen sich am Stand die ihnen zustehende Keksecke zurückholen.

 

Die Hälfte der Macht den Frauen!

Auch in der Politik gehört den Frauen noch nicht die Macht, die ihnen zusteht: nur drei von zehn Abgeordneten im aktuellen Bundestag sind weiblich obwohl sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Brandenburg geht mit gutem Beispiel voran: dort ist nun Gesetz was Grüne und Linke schon lange erfolgreich anwenden: paritätische Listen mit abwechselnden Plätzen für Männer und Frauen. Wir fordern: Die Hälfte der Macht den Frauen; Parität in allen deutschen Parlamenten!

 

Weg mit §219a!

Wer in erwägung zieht einen Schwangerschaftsabbruch zu vollziehen befindet sich sowieso in einer schwierigen Situation – keinem fällt eine solche Entscheidung leicht. Oft kommen zusätzliche Schwierigkeiten hinzu; Frauen treiben schließlich nicht aus spaß an der Freude ab, sondern weil sie in einer Situation sind in der sie kein Kind bekommen können oder opfer einer Vergewaltigung geworden sind. In Deutschland kommt zu dieser Drucksituation statt einer professionellen, aufklärenden Atmosphäre zusätzliche Belastung für die Frauen hinzu: §219a StGB, das „Werbeverbot“ für Abtreibungen. Dieses wird missbraucht um sachliche Informationen zu verhindern: Ärtzt*innen können nicht auf ihrer Webseite angeben dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen, Frauen die sich sowieso in einer schwierigen Lage befinden wird der Zugang zu Informationen erschwert. Wir fordern: weg mit §219a

 

Trans* Lives Matter!

Wir setzen uns für einen weitergedachten Feminismusbegriff ein: Feminismus darf nicht bei Frauen aufhören, wir müssen uns mit allen Solidarisieren die wegen ihres Geschlechts diskriminiert oder benachteiligt werden. Das heißt ganz klar: Trans* lives matter!



Findest du auch, dass alle Menschen die gleichen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Rechte und Chancen haben sollten, ungeachtet ihres Geschlechts? Herzlichen Glückwunsch, dann bist du wie wir Feminist*in!

Gemeinsam zerstören wir das Patriarchat.