Weil morgen Ostern ist, haben statt dem Osterhasen wir heute zu 4/20 schon vorzeitig in der Stadt kleine „Osternestchen“ verteilt: Fesche #legalize-Jutebeutel. Statt Eiern findet ihr darin Infomaterial und Sticker – aufgrund der aktuellen Prohibitionspolitik (noch!) mussten wir leider auf das Ostergras verzichten 😉 . Die Jutebeutel sind in der ganzen Stadt versteckt und warten nur darauf, von euch gesucht & und gefunden zu werden!

 

Für eine Verantwortungsbewusste Drogenpolitik – Gebt das Hanf frei

Wir wollen Aufmerksamkeit schaffen für die Probleme der Prohibitionspolitik – eine andere Drogenpolitik ist möglich! Denn: Die Verbotspolitik in Deutschland ist gescheitert. Laut BZgA hat mehr als jede*r dritte 17- bis 25-Jährige schon mindestens einmal Cannabis konsumiert, anzunehmen ist eine noch höhere Dunkelziffer. Aus eigener Erfahrung wissen viele, dass es für Minderjährige oft einfacher sein kann, an Marijuana zu kommen als an harten Alkohol. Durch das Fehlen von Regulationen und Richtlinien gibt es keinerlei Möglichkeit für die Konsument*innen, gesicherte Informationen über  Wirkungsstärke, Inhaltsstoffe und Streckmittel der Droge zu erhalten, die sie gerade kaufen.

 

Cannabis legalisieren – für den Jugendschutz

Die schlimmsten Langzeitschäden hinterlässt Cannabis bei Menschen, deren Gehirn sich noch im Entwicklungszustand befindet, also jungen Menschen. Die Lösung, die Antwort auf die Frage nach einem vernünftigen Jugendschutz liegt scheinbar auf der Hand – zunächst scheint es logisch, dass ein Verbot von Cannabis junge Menschen vor den Gefahren der Droge schützt; Augenscheinlich schränkt es die Verfügbarkeit von Cannabis ein. Tatsächlich aber führt es aber leider eher zum Gegenteil: Da er durch die Prohibition legal nicht möglich ist, findet jeder Handel mit Cannabis auf dem Schwarzmarkt statt, auf dem keinerlei Regeln oder Einschränkungen existieren.

Den Dealer*innen ist egal, wie alt die Kund*innen sind – sie wollen in der Regel nur Geld verdienen, und verkaufen an alle, auch an junge Menschen, ohne z.B. nach einem Ausweis zu fragen. Ein legales System hingegen würde den Schwarzmarkt ablösen und überflüssig machen – niemand würde illegal Cannabis kaufen, wenn auch eine legale Möglichkeit bestünde. In einem solchen legalen System für die Abgabe von Cannabis würden hier dieselben Regeln und Schranken greifen wie beim Kauf von Alkohol, vor allem strikte Alterskontrollen. Zusätzlich könnte man, dem Kanadischen Modell folgend, besonders hohe Strafen für die Weitergabe von Cannabis an Menschen unter dem entsprechenden Mindestalter einführen. Ein legales System und vor allem ein aufgeklärter, sachlicher Umgang mit Cannabis würden also junge Personen deutlich stärker schützen als die aktuelle Drogenpolitik.

 

Cannabis legalisieren – für den Gesundheitsschutz

Ähnlich wie beim Jugendschutz erscheint es zunächst unlogisch, warum eine Legalisierung der doch vermeintlich so gefährlichen Droge die Gesundheit ihrer Konsument*innen schützen sollte. Ähnlich wie beim Jugendschutz ist es hier der Schwarzmarkt der so gefährlich ist für die Gesundheit der Betreffenden: um möglichst viel Geld mit dem geringsten Aufwand zu verdienen „strecken“ Dealer*innen und Grower*innen oft die meist nach Grammpreisen verkauften Pflanzen mit verschiedensten Mitteln, ob Zucker, Sand oder Haarspray, das auf die lebende Pflanze gesprüht wird – alles Inhaltstoffe, die man wohl eher ungern in der Lunge haben möchte. 2007 erlitten in einem recht prominenten Fall in Leipzig auf einmal zahlreiche Menschen eine Bleivergiftung, obwohl die Stadt schon längst alle Bleirohre ersetzt hatte. Irgendwann stellte sich heraus, dass sie alle das Cannabis desselben Dealers konsumiert hatten, der, wie sich herausstellte, seiner Droge Blei beigemischt hatte. Oft sind die gesundheitlichen Gefahren durch die Streckmittel höher als die der Droge an sich – dabei sind es Gefahren die man leicht beseitigen könnte!

In einem legalen System wäre das Strecken nicht möglich, es würden dieselben Regulierungen greifen, die für andere Genussmittel gelten. Außerdem würden die Kund*innen detailliertere Informationen über den THC- und CBD-Gehalt der Droge erhalten, die sie gerade Kaufen. Damit könnten sie Wirkung und Stärke besser einschätzen. Ohne Stigma und Repression ist es außerdem auch wesentlich einfacher, sich Hilfe zu holen, wenn man sie benötigt.

 

Cannabis legalisieren – für die Konsument*innen

Die Realität ist, dass Cannabiskonsum weiter verbreitet ist als wir oft durch das gesellschaftliche Stigma annehmen. Die meisten Cannabiskonsument*innen sind nicht mehr die typischen Klischee-„Kiffer“ mit langen Haaren und Goa-hose, sondern ein ganz normaler gesellschaftlicher Querschnitt von Menschen, die zum Beispiel nach der Arbeit gerne mal einen unschuldigen Feierabendjoint genießen, wegen der Verbotspolitik aber damit einiges riskieren müssen. Wenn sie mit Cannabis erwischt werden ist nicht nur das eine Gramm weg, sondern vielleicht auch Job, Ausbildungsplatz oder Wohnung – völlig unverdient. In einer liberalen, offenen Gesellschaft sollte es dem/der einzelnen überlassen werden, ob sie Cannabis konsumieren möchten, so wie es jeder/m überlassen ist, die weitaus gefährlichere Droge Alkohol zu konsumieren ist.

 

Eine aufgeklärte Drogenpolitik ist möglich!

Auf die Frage, warum Cannabis verboten sei, antwortet die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Weil Cannabis eine illegale Droge ist. Punkt.“. Wir glauben, das ist zu kurz gedacht und fordern einen aufgeklärten Umgang mit Cannabis. Die Frage nach der richtigen Drogenpolitik ist eine, die nur rational gelöst werden kann und nicht so emotional aufgeladen bleiben darf. Es ist naiv zu glauben, die Prohibition würde Cannabis aus der Welt schaffen – die Realität belehrt uns eines besseren, wir brauchen mehr Offenheit für unkonventionelle Lösungen wie einer Legalisierung von Cannabis. Deshalb fordern wir:

Gebt das Hanf frei – Eine Verantwortungsbewusste Drogenpolitik ist möglich!